Chrom-Industrie Max Wommer

Mitte der 20er Jahre des 20. Jh. – einige Jahre vor der Transformation der Gebrüder Wommer zu einer AG – widmete sich Max Wommer einem völlig anderen Industriezweig – der Galvano-Technik. Verchromung ist überall dort gefragt, wo es um Härte- und Hitzebeständigkeit geht. Der Geschäftsbetrieb der Chrom-Industrie Max Wommer war die Verchromung von Halb- und Fertigfabrikaten, wie Heizungs-, Koch-, Kühl-, Trocken- und Ventilationsapparate und -geräte, Wasserleitungs-, Bade- und Klosettanlagen. Rohe und teilweise bearbeitete unedle Metalle. Messerschmiedewaren. Werkzeuge. Sensen und Sicheln. Der Fokus der Firma lag auf Reflektoren, Druckplatten (die Herstellung von Autotypien und Stereotypien aus mit metallischem Chrom überzogenen Metallplatten (geschützt durch das D. R. P. 422 245), Prothesen, Bestecke (auch kombiniert in Glanz- und Mattverchromung D. R. G. M. 932 738). Weitere Anwendungen in den 20er Jahren betrafen optische und chirurgische Instrumente, Wasser- und Badearmaturen und Anwendungen im Automobilbau.

offizieller Eintrag in das Handelsregister 1927

Der Bedarf an Betriebseinrichtungen für die Verchromung war Mitte der 20er enorm – eine der größten deutschen Besteckfabriken schrieb:

„Der Umstand, dass verchromte Bestecke im Restaurationsbetriebe in steigendem Maße verlangt werden, veranlasst uns, der Errichtung einer eigenen Verchromungsanlage näherzutreten. Machen Sie uns bitte einen Kostenanschlag … usw.“

In seinem Werk „Die elektrolytischen Verchromung – System Wommer“ von 1926 wird das damals neuartige Verfahren zur Verchromung mittels folgender Betriebseinrichtung genau beschrieben.

System Wommer

Infolge zahlreicher Patentstreitigkeiten rund um die Galvanotechnik gründete sich die Chrom-Interessen-Gemeinschaft 1928 in der auch Max Wommer vertreten war. Die Erkenntnis, dass langfristige Patentstreitigkeiten nur zu wirtschaftlichen und zeitlichen Verlusten führen, war hierbei vor Allem die Triebfeder. Die wesentlichen Ziele der Interessengemeinschaft waren laut „Die galvanische Verchromung“ von Günther A. Lausmann und Jürgen N. Unruh:

  • die Einführung des Hartverchromungsverfahrens auf möglichst breiter Basis;
  • die Patente und Schutzrechte gegenseitig auszutauschen;
  • das Verfahren wirtschaftlich und praktisch zu fördern und
  • die gewonnenen Ergebnisse gemeinschaftlich zu verwerten.

Der Chrominteressen-Gemeinschaft gehörten folgende Firmen an:

  • Electro-Chrom Ges. m. b. H. Berlin
  • Langbein-Pfanhauser Werke AG Leipzig
  • Siemens & Halske AG Berlin
  • Chrom-Industrie Max Wommer Leipzig

Die C.I.M. bestand bis zu ihrer Auflösung durch die Alliierten 1945. Max Wommer schied bereits wenige Jahre nach der Gründung wieder aus.

Nieputza Logo auf Briefumschlag
Nieputza

Ab-und-an stößt man noch heute Fabrikate der Firma „Chrom-Industrie Max Wommer“. Unter der Marke „Nieputza“ wurde schon in den 20ern Besteck bekannter Marken wie z.B. SOLINGEN verchromt.

1927 wurde durch DRP 514157 ein Verfahren zur Herbeiführung einer elektrolytischen Oberflächenreinigung bei Metallen, bei denen die Reinigung unter Zuhilfenahme von Wechselstrom erfolgt patentiert.

Ende 1937 erlöscht der Eintrag im Handelsregister.

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