Firma Wilh. Wommer 1869

dIE gRÜNDUNG

Die erste Firma in Deutschland, die es sich zur Aufgabe machte, die aufblühende Fleischwarenindustrie mit den für ein rationelles Arbeiten unbedingt notwendigen Maschinen zu versorgen, war die um 1920 weitbekannte Gebrüder Wommer, Maschinen-Fabrik, Leipzig.

Begründer des Hauses war Wilhelm Wommer Sen., der im Jahre 1869 eine kleine Maschinenbau-Werkstätte in der Seitenstraße 3 unter der Firma W. Wommer in Leipzig mit 5 Mitarbeitern eröffnete.

Werkstätte Seitenstr. ca 1870
Werkstätte im Jahr 1870, Seitenstr. 3, Leipzig

Schon im Jahre 1870 brachte Wilhelm Wommer Sen. erstmalig eine garantiert luftdicht arbeitende Füllmaschine mit eisernem Zylinder und Kolben ohne jedes Dichtungsmaterial, wie Leder- oder Gummiringe usw., einfach durch exakte Passarbeit von Eisen auf Eisen in den Handel. Damals erkannte Wilhelm, dass nur in der Spezialisierung das Heil zu finden sei, und auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsgebiet kam er auf den Gedanken, Maschinen für Fleischereien und speziell für Wurstfabrikationen zu bauen. – Damals ahnte er wohl selbst nicht, dass sein kleiner Betrieb der Grundstock für den später so bedeutenden Spezialzweig der Maschinenindustrie werden sollte.

Doch „die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus“. So dachte mit Friedrich Schiller auch Wilhelm Wommer, der im Herbst 1882 die Produktion in die Gerberstraße 57 mit dem Zugang von der Uferstraße verlagerte, um den damaligen „Fettviehhof“ der Fleischerinnung zu sein, jenem „Pfaffendorf“, das im Laufe der Jahre seinen Grund und Boden dem heutigen Zoologischen Garten überlassen musste, wie aus der Chronik zum 25 jährigen Jubiläum zum Wommer-Werk hervorgeht. Ein weiterer Punkt dürfte die Nähe zum Wohnsitz in der Berliner Str 2 gewesen sein. Die Adressen um 1883 und 1884 waren vor der Um-Nummierung noch Gerberstr. 38 sowie Berliner Str. 119.

Gerberstr. 57, Leipzig
Firma um 1883 in der Gerberstr. 57, Leipzig

Die günstige Lage der neuen Wirkungsstätte vermittelte ihm bald auch einen regen Zuspruch vorüberfahrender Fleischermeister, die auf dem Wege zum Viehhof Reparaturen und stumpf gewordene Wiegemesser einlieferten und auf dem Heimweg im gebrauchsfähigen Zustand wieder mitnahmen.

Ostern 1889 verlegte Wilhelm seine Werkstätte, die nun den würdigen Namen einer „Fabrik“ verdiente, in die Kantstraße, um in unmittelbarer Nähe des neuen städtischen Schlacht- und Viehhofes seine Hilfe als Maschinenfabrikant, Reparateur und Messerschleifer anbieten zu können. Der Begründer des Hauses, Wilhelm Wommer, wurde – wenige Jahre nach der Verlagerung des Firmensitzes in die Kantstraße – in verhältnismäßig jungen Jahren – 1893 – aus seinem arbeitsreichen Leben gerissen. An seiner Stelle übernahm zunächst seine Frau Irene Adelheid Maria (geb. Becker) und kurz darauf sein ältester Sohn Wilhelm Jun. die Leitung der Firma.

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