Die elektrolytische Verchromung – System Wommer

In Max Wommers Werk „Die elektrolytischen Verchromung – System Wommer“ von 1926 wird das damals neuartige Verfahren zur Verchromung Mittels folgender Betriebseinrichtung genau beschrieben. Mit diesem Verfahren wurden gleich mehrere technische Hürden genommen.

Schema der elektrolytischen Verchromungsanlage mit dem System Wommer 1926
Schema der elektrolytischen Verchromungsanlage mit dem System Wommer 1926
  1. Stromquelle – Einer 6V-Dynamo-Maschine für Transmissions- oder Einzelmotorbetrieb, z.B. mittels Dampfmaschine, Diesel- oder Elektromotor.
  2. Schalttafeln mit Volt- und Ampere-Meter sowie einer Signal-gebenden Uhr
  3. Chrom-Spezialwanne „System Wommer“ D.R.P.a., aus säurefestem Steinzeug bestehend, die in einfacher Weise das Problem der Entnebelung der bei der Elektrolyse entstehende Gase löste.
  4. Der Elektrolyt – Das Bad, bestehend aus komplexen Polychromaten vom Typus des Natrium-Tetrachromates mit zugeführten solvatisierten Schutzkolloiden. Die besondere Schwierigkeit chemisch genügend stabile Substanzen wurde mittels im Eigenverfahren hergestellter spezieller Kolloide überwunden.
  5. Chrom-Rückgewinnung – Durch den hohen Preis des Chrom-Elektrolyten rentiert es sich, die zerstäubten Nebel aufzufangen, damit sie nicht in der Absaugleitung verloren gehen.
  6. Heizung – Als Wärmequelle dient Heißdampf, der in Heizschlangen durch das Bad geleitet wird. Als Metall zur Herstellung der Heizschlangen wurde mit dem „System Wommer“ auf Blei verzichtet und stattdessen auf keramische Materialien oder Aluminium gesetzt. Blei hat den Nachteil, dass Bäder die Chromsäure oder Chromate enthalten Bleichromat bilden und damit die Heizschlangen stark zerfressen – ganz abgesehen von den gesundheitsschädlichen Folgen.
  7. Zubehör – bestehend aus 2 Spülwannen
  8. Die Politur der Chrom-Niederschläge – Unter bestimmten Strombedingungen konnte eine Glanzabscheidung gewährleistet werden. Bei diesen Waren ist ein leichtes Nachglänzen erforderlich, was mit jeder Nickelhochglanzpaste erzielt werden kann.
  9. Aufhänge-Vorrichtungen – Je nach Eigenart der Ware wird man dieselbe einzeln an Drähte gebunden oder mit Spezial-Aufhängevorrichtung in das Bad bringen. Wird ein Umhängen der Waren und damit Herausnehmen aus dem Bade erforderlich, so ist bei der Glanzverchromung zu berücksichtigen, dass sich Chrom nach erfolgter Unterbrechung der Elektrolyse nur matt abscheidet. Diese matte Abscheidung bei nochmaligem Einhängen des bereits verchromten Gegenstandes in das Bad lässt sich verhindern, wenn man in einem bereitstehenden Heißwasserbehälter die Ware vor dem Wiedereinhängen eintaucht und dieselbe auf gleiche Temperatur bringt wie das Bad, also ca. 35° C. Bei nach den angegebenen Vorschriften behandelten Teilen tritt dann auch nach erfolgter Unterbrechung weiterhin eine glänzende Chromabscheidung ein. Dieses Verfahren wurde unter dem Titel „Verfahren zur Erzeugung glänzender Chrom – Niederschläge“ durch D. R. P. 430 953 ebenfalls geschützt.

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