Kutter Rapid – techn. Stand ca. 1900

Im Jahr 1898 wurde der Kutter „Rapid“ von den Gebrüdern Wommer entwickelt und als deutsches Reichspatent D. R.-G.-M. angemeldet. Da er sich in der Praxis so glänzend bewährte, dass er die bis dahin starke amerikanische Konkurrenz aus dem Felde schlug, wurde diese Maschine zum Aushängeschild der Firma für die nächsten Jahrzehnte. Folgende Beschreibung findet sich in einem Katalog um die Jahrhundertwende wieder:

In Betrieben, wo sogenannte „Wiener „, ferner Knoblauchwurst, überhaupt Wurst mit Wasserzusatz hergestellt wird, ist eine „Rapid“ gar nicht mehr zu entbehren, da tatsächlich ein unübertroffenes leimiges und bindiges Wurstbrät damit erzielt wird, das den größtmöglichen Zusatz von Wasser gestattet, und man mit einer Schnelligkeit arbeitet, die selbst jeden Fachmann in Erstaunen versetzt. Diese Maschine ist für obige Zwecke als Spezialmaschine zu betrachten.

Eine der ersten Ausführungen des Kutter "Rapid" - um ca. 1900
Eine der ersten Ausführungen des Kutter „Rapid“ – um ca. 1900

Die ganze Bauart ist, dem System angepasst, als eine durchaus praktische und handliche zu erkennen und die Ausführung der Arbeit mit Verwendung dazu nötiger Spezial-Hülfsmaschinen kennzeichnet das Fabrikat als ein erstklassiges. Die Grundidee war, das Fleisch von haarscharfen Messern, ohne dass letztere mit irgend einer Unterlage, wie Holz oder Eisen, in Berührung kommen, zu zerschneiden, oder wie man sich ausdrücken könnte, „in der Luft zu zerhacken“. Die ersichtliche Schüssel dient lediglich nur zur Aufnahme des Fleisches und wird beim Gange der Maschine in Drehung versetzt, während 2 bis 4 Stück Messer, die auf der oberen Welle sitzen, ohne die Wandungen der Schüssel zu streifen, mit einer Geschwindigkeit von 1300 bis 1500 Touren in der Minute das in der Schüssel befindliche Fleisch durchschneiden. Diese obere Messerwelle wird im Gegensatz zu der amerikanischen Konstruktion nicht wie diese direkt angetrieben, wobei meistens noch ein Decken-Vorgelege erforderlich ist, sondern von einer größeren Riemscheibe, die auf der unteren Welle sitzt und wieder zugleich das Triebwerk für die Schüssel in Bewegung setzt.
Durch diese Kombination ist es möglich, die Antriebsscheibe eine bedeutend geringere Tourenzahl machen zu lassen, so dass der Antrieb der Maschine in allen Fällen bei den heute üblichen Drehungsgeschwindigkeiten der Transmissionswellen direkt von letzteren erfolgen kann.

Ein weiterer Vorzug ist, dass der Deckel mitsamt dem Messersystem durch einen Handgriff augenblicklich nach hinten drehbar aufgeklappt werden kann, so dass die ganze Schüssel frei wird und nach geschehener Arbeit die Maschine sehr bequem entleert und gereinigt werden kann.

Das Umwenden des Fleisches geschieht während der Arbeit durch eine pflugscharartige Schaufel vollständig selbsttätig, so dass während der Arbeitsdauer der Maschine jedwede Bedienung überflüssig ist. Die aus einem ganz besonders dafür geeigneten Stahl hergestellten Messer sind, um Beschädigung dieser, sowie um Unfälle zu vermeiden, über der Welle mit einer starken Schutzkappe verdeckt. Die Welle der Schüssel läuft in einem Halslager und einem Fußlager, so dass eine äußerst sichere Führung erzielt wird. Der Antriebs-Mechanismus der Schüsselwelle ist ebenfalls vollständig verdeckt. Sämtliche Wellen sind in Phosphorbronze gelagert und dadurch die längste Haltbarkeit bedingt. Die Leistungsfähigkeit der Maschine ist je nach Größe 15-40 Kilo in ca. 5 Minuten.

Baugrößen und Preise

Vollständiges Öffnen der Schüssel augenblicklich möglich durch Hochheben des Deckels mit dem gesamten Messersystem. Dadurch ist jeder Unfall ausgeschlossen und ein bequemes Herausnehmen des Fleisches, sowie leichte Reinigung möglich. Die Messer können von Jedermann geschliffen werden. – Besonderes Vorgelege nicht erforderlich, da dies bereits in der Maschine eingebaut ist.

Die Maschine „Rapid“ ist das Vollkommenste, was in dieser Type geboten werden kann. Wird in betriebsfertigem Zustand ab Fabrik versandt.

Urteile über ,,Rapid“.

Emil Vollrath, Hannover’sche Wurst- und Aufschnittwaren -Fabrik, Hannover:
Ihrem Wunsche zufolge berichte ich Ihnen bezüglich Ihrer „Rapid“-Maschine gern, dass dieselbe mir in meinem Betriebe geradezu unentbehrlich geworden ist. – Eine zweite Maschine gebe Ihnen nächster Zeit noch auf.


Bruno Weinhold, Fabrik feiner Fleisch- und Wurstwaren, Leipzig:
Die mir seinerzeit gelieferte Fleischschneide -Maschine „Rapid“ funktioniert noch heute tadellos und eignet sich vorzüglich zum warmen Fleisch einwiegen. Ich möchte die Maschine heute nicht mehr in meinem Geschäft entbehren.


Armeelieferant A. Müller, Fabrik deutscher Fleisch- und Wurstwaren, Berlin N.-0.:
Hiermit bescheinige ich Ihnen auf Ihren Wunsch, dass ich mit der im Jahre 1898 von Ihnen bezogenen „Rapid“ sehr zufrieden bin.


Joseph Hambach, Schweinemetzgerei und Wurstfabrik, Fulda:
Ich bestätige Ihnen gern, dass ich mit der von Ihnen durch die Firma M. Kalb Sohn, Fulda, gelieferten Fleischschneide-Maschine „Rapid“ sehr zufrieden bin. Ich möchte die Maschine nicht wieder entbehren, werde es auch nicht unterlassen, da sich Ihre Maschine durch solide Bauart und Einfachheit auszeichnet, Ihre werte Firma weiter zu empfehlen.


Wendelin Schmidt, Schweinemetzgerei, Mainz:
Endesunterzeichneter bezeugt hiermit, dass die von S. Metzger, hier, gelieferte „Rapid“-Maschine jeden Ansprüchen genügt, und dass ich sehr damit zufrieden bin, so dass ich die Maschine meinen Herren Kollegen nur bestens empfehlen kann.


Carl Schilz, Schweinemetzgerei und Wurstfabrik, Mainz:
Ich bestätige gern, dass die von S. Metzger, hier, im September vorigen Jahres bezogene „Rapid“- Maschine zu meiner größten Zufriedenheit arbeitet und ein ausgezeichnetes Hackfleisch liefert. Kann dieselbe meinen Kollegen aufs Beste empfehlen.

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