Maschinen- und Heizungswerk Otto Wommer

Otto Wommer (1868-1936) gründet kurz nach seinem Ausstieg bei Gebrüder Wommer in Leipzig sein erstes eigenes Unternehmen im Saarland: Aufbauend auf der Handels-Niederlassung seines verstorbenen Schwiegervaters J. Wommer gründet er im Frühjahr 1898 (Eintrag Handelsregister 15.03.1898 #83157) das Maschinen- und Heizungswerk Otto Wommer Türkismühle. Zudem betrieb er zugleich die Wirtschaft weiter, die im unterem Bereich des Büro- und Wohngebäudes untergebracht war.

Das in Wolfersweiler angesiedelte Stammhaus der Handelsniederlassung Firma J. Wommer in Türkismühle – nun im Besitz einer Erbengemeinschaft Wommer bestehend aus 4 Schwestern seiner Frau Emilie – wird im Laufe der folgenden Jahre in eine Art Kaufhaus transformiert. Offiziell ist die Zweigniederlassung J. Wommer Türkismühle erst Ende 1904 erloschen.

Dachbodenfund, der den Bau des Werks in Türkismühle dokumentiert

Sicher erkannte Otto schon vor der Gründung der Fabrik in Türkismühle die für Vertrieb von schweren Maschinen perfekte Lage direkt am Bahngleis der Rhein-Nahe-Bahn. Jedoch mussten für seine Pläne noch die notwendigen Kapazitäten in Form von Fabrikanlagen geschaffen werden. Die schnelle Entwickelung des Unternehmens veranlasste den Inhaber zu einem Umbau und vollständigen Ausbau des früher der Firma J. Wommer gehörigen Etablissements, sowie zu dem großen Neubau einer zweistöckigen Fabrik mit vierstöckigem Bürogebäude (1905). Selbst die Königl. Hoheit August Großherzog von Oldenburg brachte bei den Besuchen in Türkismühle in den Jahren 1902 u. 1904 der Wommer-Fabrik und ihren Fabrikaten hohes Interesse entgegen. Schon bald war es das größte Fabrikunternehmen im ganzen Nahetal.

Maschinenfabrik Otto Wommer, Türkismühle nach Fertigstellung um 1905

Anfangs hatte das Werk mit vielen und großen Schwierigkeiten, z. B. Heranziehung tüchtiger Arbeiter und Bürobeamter und insbesondere mit der Abneigung der umgebenden ländlichen Bevölkerung gegen industrielle Unternehmen zu kämpfen. Diese Startschwierigkeiten wurden behoben, da man erkannte, welch‘ großen Wert und Vorteil eine solche Fabrik für die nächste Umgebung hat. Insbesondere die Gelegenheit maschinelle Einrichtungen zum Betrieb der Landwirtschaft in nächster Nähe zu beschaffen und alle Arten von Reparaturen gut und preiswert ausgeführt zu erhalten, hatte die ländliche Bevölkerung schnell zum Positiven umgestimmt.

Wenige Jahre nach der Gründung in Türkismühle gründete Otto eine Zweigniederlassung/Filiale in St. Johann-Sarbrücken und Vertretungen in Oldenburg, Berlin und Frankfurt am Main.

Otto Wommer stellte zunächst die Firma auf drei Standbeinen auf:

  • Fleischerei-Maschinenproduktion, mit der er aus seiner Zeit bei den Geb. Wommer in Leipzig bestens vertraut war
  • Bau von Heizungsanlagen, die Kenntnisse erwarb er bei Fried. Wilh. Raven in Leipzig (Inselstr. 7) sowie im Eisenwerk Kaiserslautern bis 1893
  • Landwirtschaftliche Maschinen sowie Vertrieb
Foto mit Ansicht des Zentralheizungswerks und Maschinenfabrik Türkismühle
Foto mit Ansicht des Zentralheizungswerks, dahinter die Maschinenfabrik
Ausstellung Maschinenfabrik Otto Wommer auf der Deutschen Fachausstellung in Stuttgart 1902
Ausstellung Maschinenfabrik Otto Wommer auf der Deutschen Fachausstellung in Stuttgart 1902

Otto Wommer erwarb auf zahlreichen Ausstellungen eine große Reputation in allen Betätigungsbereichen:

Fabrikmarke ORBI
Fabrikmarke
  • 1900 – 1. Preis, Nürnberg
  • 1902 – 1. Preis, Stuttgart
  • 1903 – Goldene Medaille u. 2 Diplome, St. Johann-Saarbrücken
  • 1903 – 1. Preis u. Ehrendiplom St. Wendel
  • 1903 – Goldene Medaille Potsdam
  • 1904 – Große goldene Medaille, Birkenfeld
  • 1905 – Staatsmedaille u. goldene Medaille, Landesausstellung Oldenburg

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